PFLANZE DES MONATS NOVEMBER (2017)

PFLANZE DES MONATS NOVEMBER (2017)

Efeu

Hedera helix, Araliengewächse

Im Herbst, wenn die Bäume ihr Laub verloren haben, werden für den Betrachter vor allem die immergrünen Pflanzen sichtbar. Das Lianengewächs Efeu gehört zu eben diesen. Ganze Flächen überwächst er mit seinen langen Trieben, verdrängt andere Pflanzen und wenn er die Möglichkeit hat, dann klettert er mit seinen Haftwurzeln an Bäumen, Felsen und Mauern bis zu 20 Meter hoch.Der Efeu-Strauch kann 300 Jahre und älter werden. Die ledrigen Blätter an den nicht blühenden Teilen sind elliptisch, 3- bis 5-lappig. An den blühenden Trieben findet man länglich ovale und ungeteilte Blätter. Efeu beginnt erst ab dem 7. Jahr zu blühen. Die Blätter besitzen eine dunkelgrüne, glänzende Oberseite. Es gibt sie mit oder ohne weißliche Zeichnung. Die Blüten, die erst von August bis Oktober vorkommen sind gelb-grün mit gelben Staubbeuteln in einer einfachen Dolde, sie verstömen einen eher unangenehmen Duft. Über den Winter reifen die erbsengroßen, schwarz-violetten Früchte heran, die für den Menschen giftig sind.

Name
Efeu besitzt viele Volksnamen, wie z.B. Adamsblätter Bachusblatt, Baumteppich, Baumtod, Baumwürger, Eppig, Groß Ewig, Hühneraugenkraut, Kummerpflanze, immergrün, Mauergrün, Schreckrkraut, Totenranke,…
Der Botanische Name Hedera helix setzt sich aus dem griechischen „Hedra“ = „sitzen“ (das bezieht sich auf die Haftwurzeln) und dem griechischen „helissein“ = „sich winden, drehen“ zusammen. Die deutsche Bezeichnung „Efeu“ leitet sich vom germanischen „iwe“ = „ewig“ ab und bezieht sich auf die immergrünen Blätter.

Geschichte

Efeu ist eine uralte Pflanze, die es schon vor 100 Millionen Jahren gab, als Saurier und ganz einfache Säugetiere auf der Erde lebten. In der Antike war Efeu bereits eine wichtige Kultpflanze und war bei den Ägyptern Osiris, den Griechen Bacchus, Demeter und Pan geweiht. Von den Griechen ist überliefert, dass sie Efeukränze auf dem Kopf trugen, weil sie glaubten, dass sie so den Wein des Efeugottes Bacchus besser vertragen würden. Unsere keltischen Vorfahren sahen im Efeu eine Verbindung zur Eulen- bzw. Wintergöttin Rigani und opferten ihr Efeukränze. Keltischen Ursprungs ist auch die Weisheit: „Durchs Efeu-Tor betrittst du eine andere Welt“. Die Himmelsleiter führt den lernenden Menschen Stufe um Stufe vom Dunkel dem Licht entgegen. So ist der Efeu ein Zeichen für den menschlichen Lebenszyklus, der sich symbolisch im Efeukranz wiederfindet. Geburt-Leben-Sterben sind Efeu-Themen.
Mit seiner langen Lebensdauer verbanden die Menschen Treue und ewige Liebe. Aus diesem Grund überreichten griechische Priester Ehepaaren eine Efeuranke. Efeu galt als Liebespflanze, wurde jedoch auch zur Verhütung bzw. Abortivum (Abtreibungspflanze) verwendet. Als Zeichen für Freundschaft des „Schwächeren zum Stärkeren“ gilt die Pflanze ebenfalls, denn sie benötigt den Baum, die Mauer um sich daran empor zu ranken. Efeu ist ein Sinnbild für den Tod und die Unsterblichkeit der Seele, deshalb finden wir Efeu häufig auf Friedhöfen als Pflanze oder künstlerisch gestaltet auf Grabsteinen.

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Efeu-Blüten, Foto: Privat

Verwechslung

Keine

Inhaltsstoffe

Saponine, Flavonoide, Glycoside, Sterole, Spurenelemente wie Jod, Mineralien, ätherisches Öl.

Heilwirkung

Auswurffördernd, sekretlösend, entzündungshemmend, Schmerzstillend, krampflösend, beruhigend,antibiotisch, antiviral, pilzhemmend, hautreizend (frischer Presssaft), hemmt Wassereinlagerungen ins Gewebe, angstlösend, läusevertreibend

Nebenwirkungen/Gegenanzeigen

Bei Fertigpräparaten nicht bekannt. Efeu ist leicht giftig und sés kann bei Überdosierung örtlich zu Schleimhautreizungen kommen. Benommenheit, Heruzrasen,Kopfschmerzen, Erbrechen, selten Durchfall gehören ebenfalls zu den Symptomen. Der Saft von frischen Efeublättern wirkt bei direktem Kontakt hautreizend. Die Beeren sind giftig! Gegenanzeigen sind nicht bekannt.

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Efeublätter, Foto: Privat

Anwendung
innerlich:

Krampfhaft-entzündliche Atemwegserkrankungen, chronisch-entzündliche Bronchitis, Asthma,Keuchhusten, Krampfhusten, Reizhusten.

äußerlich:
Zellulite, Hühneraugen

Tagesdosis

0,3g Droge, Fertigpräparate verwenden!

Verwendung
Filmtabletten mit Trockenextrakt, Hustensaft, Tinktur

Heilsames

Efeublätter-Auflage (Adelheid Lingg)

Frische Efeublätter anwalken und einen Tag lang auf das Hühnerauge binden. Zweimal wiederholen, dann kann das Hühneraufe abgehoben und entfernt werden.

Praktisches

Efeublätter-Waschmittel

6-8 frische Efeublätter kleinschneiden und mit 250 ml kochendem Wasser übergießen. Den Sud 24 Stunden stehen lassen. Dann absieben und direkt in die Waschmaschine auf die Wäsche geben. Wäsche wie gewohnt waschen.

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Efeu-Waschmittel, Foto: Privat

Heidrun Johner-Allmoslöchner, zertifizierte Heilpflanzenfachfrau, Leimen; www.naturwerkstatt-artemisia.de

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