PFLANZE DES MONATS DEZEMBER (2018)

PFLANZE DES MONATS DEZEMBER (2018)

Pflanze des Monats Dezember

Europäische Lärche – Larix decidua/europaea

Familie der Kieferngewächse – Pinaceae

Foto: Erika Hartmann / pixelio.de

Jetzt im Spätherbst entdecken wir im Wald eine Besonderheit. Das Laubbäume ihre Blätter im Herbst abwerfen ist bekannt, so schützen sie sich vor der Frosttrockenheit. Nadelbäume schätzen wir in der dunklen Jahreszeit, weil sie ihr Nadelkleid behalten und damit ein Symbol der Hoffnung auf einen neuen Frühling, ein erneutes Erwachen der Natur sind. Die Lärche bildet hier eine Ausnahme, denn auch sie wirft im Herbst ihre goldgelben Nadeln ab, nur um im Frühling frische zarte hellgrüne Nadelbüschelchen hervorzubringen.
Die Lärche kommt fast in ganz Europa vor. Ihre ursprünglichen Standorte sind die Alpen, Karpaten und Polen. Der robuste Baum kann bis Meter hoch werden. An seinen natürlichen Standorten kommt er bis auf 2400 Meter Höhe vor und steht gerne allein.

Eine junge Lärche besitzt eine gelblich glatte Rinde. Die Rinde der älteren Bäume ist sehr dick, rissig und außen grau, sie erscheint auf der Innenseite rötlich. An ihren Zweigen bildet die Lärche hellgrüne weiche Nadelbüschel. Von März bis Mai erscheinen weibliche, purpurrote Zäpfchen, die ca. 2 Wochen vor den männlichen, rötlich-gelben, eiförmigen Kätzchen blühen. Dieser „Trick“ ermöglicht der einhäusigen Lärche, dass sie von anderen Lärchen bestäubt werden kann.
Nach der Bestäubung bildet die Lärche kleine, eiförmige, hellbraune Zapfen aus, die später grau werden. Ihre Samen reifen von Oktober bis November.

Begehrt ist das Holz der Lärche, das rötlich, später braun-rot ist. Lärchenholz ist ausgesprochen fest, hart und gleichzeitig elastisch. Mit seiner Eigenschaft sehr trag- und druckfest zu sein, ist es das ideale Bauholz. Lärchenholz ist harzreich, deshalb gilt es als besonders witterungsbeständig. Das Holz der Lärchen enthält sehr viel Harz. Wird der Baum verletzt, so tritt das heilende und wundverschließende Harz aus. Dieses „Pech“ enthält bis zu 25% Terpentin, der aus dem Harz gewonnene Balsam ist als „Venezianisches Terpentin“ bekannt. Hauptumschlagplatz für das häufig aus Tirol stammende Harz war Venedig.

Foto:Margit Völtz_pixelio.de

Name

Der Name Lärche leitet sich ab von Larix. So nannten die Gallier diesen seltsamen Baum, der sich vom sommerlichen Frischgrün bis in den Herbst ins leuchtendde goldgelb verwandelt, um dann nach kurzer Zeit kahl dazustehen. Vom Althochdeutschen „Laihta“, „Larihha“ oder „Lericha“ über „Larche“ oder „Lerche“ im Mittelhochdeutschen kam es schlussendlich zum uns geläufigen „Lärche“ mit „ä“ als klarer Abgrenzung zum gleichnamigen Vogel, der Lerche.

Verschiedener Quellen legen nahe, dass der Begriff Larix „aus Holz gewonnener Teer“ (Lärchenharz) bedeutet. Das lateinische deciduus beschreibt das abfallen der Nadeln im Herbst.

Saligenbaum, Wildfrauenbaum, Lork, Lirche, Lorichbaum, Lerbaum, Larch, Schönholz, Therpenthinbaum, …

Geschichte

Die Lärche ist ein Baum mit einer uralten Geschichte. Es ist nachgewiesen, dass sie bereits vor 60 Millionen Jahren auf der Erde vorkam. Fossile Funde belegen, dass sie sich vor ca. 1 Million Jahren von Sibirien auf den Weg nach Europa machte. Lärchen wachsen gerne im Gebirge. Mit den Römern kam die Lärche zu den germanischen Völkern. Geschätzt und verehrt wurde der Baum vor allem im Alpenraum, wie viele Sagen und Geschichten belegen. Der zartgliedrigste aller Nadelbäume galt als Ruhe- und Tanzplatz der Waldelfen, -feen. Die Waldfräulein oder Saligen wurden häufig in der Nähe von Lärchen gesehen. Wie die Lärche, waren auch die „Saligen“ den Menschen wohlgesonnen und halfen, wenn Wanderer in Not gerieten oder Frauen eine schwere Geburt hatten. Siegrid Hirsch schreibt in ihrem Buch, „Die Kräuter in meinem Garten“ folgendes: „Lärchen gelten als besonders liebeswürdige und menschenfreundliche Bäume, weshalb sie gerne als Schutzbaum bei Gehöften und allein stehende Gebäude gepflanzt werden, in Ihnen wohnt der gute Hausgeist.“ Um das Haus vor bösen Einflüssen zu schützen, reicht ein Lärchenzweig, der über die Türe gehängt wird. Kindern hängte man einst einen Lärchenzapfen gegen den bösen Blick um den Hals.

Foto: Harald Schottner_pixelio.de

Verwechslung

Die europäische Lärche kann leicht mit der japanischen Lärche (Larix kaempferi) verwechselt werden. Die japanische Lärche erreicht eine Höhe von 25 – 30 m, die eine breit-kegelige Krone mit waagerechten Ästen bildet. Ihre braunen Zapfen sind fast kugelig und bis 4 cm lang, aufrecht. Wenn sie Reifen rollen sich die Schuppen nach außen.

Inhaltsstoffe
Harz, Ätherische Öle (z.B. Pinen, Limonen, Dipenten,…), Bernsteinsäure, Bitterstoff, Farbstoff, Flavonoide

Heilwirkung

antiseptisch, entzündungshemmend, wundheilend, schleimlösend, lungen- und bronchialstärkend, durchblutungsfördernd, erwärmend, antirheumatisch, harntreibend,

Nebenwirkungen/Gegenanzeigen

Bei äußerlicher Anwendung kann es zu allergischen Hautreaktionen kommen. Lärchenharz innerlich angewendet kann bei empfindlichen Menschen zu Nierenreizungen führen. Ätherisches Öl innerlich angewendet, gehört in die Hände eines erfahrenen Aromatherapeuten!

Anwendungen mit Lärche sind kontraindiziert bei akuten Entzündungen der Atemorgane und Allergien gegen ätherische Öle.

Anwendung
innerlich:

Als Inhalat/Balsam bei Husten und Bronchitis, Bachblüte Lärche bei starken Minderwertigkeitskomplexen (Therapie begleitend).

äußerlich:

Als Salbe/Balsam bei rheumatischen Beschwerden, Hexenschuß und Neuralgien, Furunkeln, Wunden (nur auf die Wundränder auftragen!!), Schrunden. Bei Erschöpfung und Nervenschwäche empfiehlt sich ein Vollbad mit einem Auszug aus Lärchennadeln.

Verwendung

Rinde, Nadeln, Harz, ätherisches Öl, Salbe/Balsam, Inhalat, Badezusatz, Homöopathie, Bachblüten

Foto:Thommy Weiss_pixelio.de

Räuchern

Von der Lärche können sowohl Rinde und Nadeln und als auch das Harz verräuchert werden. Die Räucher-Wirkung ist dabei warm, leicht und verspielt. Lärchenharz eignet sich zum Einsegnen von Häusern, oder wenn Familienzuwachs begrüßt wird. Sie verströmt Lebendigkeit, unterstützt Vertrauen und Spontanität. Lärchenräucherungen wirken allgemein reinigend auf die Aura und Umgebung.

Sie hat die Kraft alte Muster zu lösen, schenkt Energie und Zuversicht für Neues und Vertrauen in die Zukunft. Eine Räucherung mit Lärche nährt die Seele.

Die Lärche steht für die geistige Ebene.

Junge Lärchennadeln Foto: privat

Heilsames

Schrundensalbe

100 ml Johanniskraut-Öl (Rotöl)

10 g Lärchenharz

5 g Wacholderbeeren gequetscht

12 – 25 Tropfen Propolis

10 g Bienenwachs

So wird‘s gemacht:

Harz mit den klein gehackten Wacholderbeeren und dem Johanniskraut-Öl in einen Topf geben und 1-2 Stunden lang bei 50-70°C „ausziehen“. Danach durch ein Leintuch oder einen Teefilter abfiltern.

Das Auszugsöl zurück in den Topf geben und 10g Bienenwachs einrühren und schmelzen lassen. Den Topf vom Herd nehmen und noch etwas kalt rühren dabei die 12 – 25 Tropfen Propolis zugeben. In die Salbendöschen füllen und zum Abkühlen mit einem sauberen Tuch bedecken. Anschließen etikettieren (Inhalt, Datum). Die Schrundensalbe ist mindestens ein Jahr haltbar!

Sagenhaftes

Ein Weib in Hindelang lag in seiner schweren Stunde und wartete auf die Wehmutter. Aber sie kam nicht. Der Mann war am verzweifeln, weil er seinem Weibe so gar nicht helfen konnte. Da klopfte es auf einmal ans Fenster. Eine Sälige vom Fräuleinstein stand draußen, die gleiche, der die Leute im Tal den Namen Kolatsche gegeben hatten. Der Mann ließ sie herein; sie machte sich ohne ein Wort der Begrüßung sogleich an die Arbeit und tat für die Frau alles was sein musste. Es wurde ein Büblein, ein ganz feines mit goldblondem Haar; die Eltern waren außer sich vor Freude.

Das Fräulein aber nahm als Lohn nur ein Näpflein Milch. Wie nun der Bauer mir einer goldenen Münze seine Schuld begleichen wollte, schüttelte das Fräulein, das immer noch kein Wort gesprochen hatte, still den Kopf, und öffnete nur seinen Umhang ein wenig. Da strahlte dem jungen Vater ein Gürtel aus purem Gold entgegen, womit die Sälige sagen wollte, dass sie das wenige Gold des Bauern nicht brauchte. Freundlich strich sie der Mutter über das Gesicht und dem Neugeborenen über sein Köpflein. Dann ging sie ohne Gruß, wie sie gekommen war.“

Quellen

  • Amann, Prof. Dr. Gottfried; „Bäume und Sträucher des Waldes“; Naturbuch Verlag 1993 Weltbild Verlag, GmbH, Augsburg; 16. Auflage ISBN: 3-89440-558-9

  • Bader,Marlis; „ Räuchern mit heimischen Kräutern, Anwendung, Wirkung und Rituale im Jahrkreis“ Goldmann Arkana; München 2008; 3. Auflage; ISBN: 978-3-442-21811-0

  • Bader, Marlis; „Naturrituale zur Lebensbegleitung, Baumkräfte und Räucherpflanzen zur Stärkung und Heilung“; AT Verlag Aarau und München 2014; ISBN: 978-3-03800-824-8

  • Bäumler, Siegfried; „Heilpflanzen Praxis Heute“ Porträts, Rezepturen, Anwendungen; Urban & Fischer Sonderausgabe 1. Auflage 2007 ISBN: 978-3-437-57271-5

  • Fischer-Rizzi, Susanne; „Blätter von Bäumen,Legenden, Mythen, Heilanwendungen und Betrachtungen von einheimischen Bäumen“; IRISIANA Heyne Bücher Taschenbuchausgabe 3/2001 ISBN: 3-453-18052-6

  • Hirsch, Siegrid; Grünberger, Felix; „Die Kräuter in meinem Garten“; Freya-Verlag 2012 (Neuüberarbeitung) ISBN: 978-3-902134-79-0

  • Kleiß, Hannelore; „Räuchern – zu heiligen Zeiten“; Freya Verlag GmbH Linz 2015; ISBN: 978-3-99025-214-7

  • Lingg, Adelheid; „Das Heilpflanzenjahr, Selbst heilen mit der Kraft der Pflanzen“; Franckh-Kosmos-Verlags-GmbH&Co.KG Stuttgart 2015; ISBN: 978-3-440-14547-0

  • Puhle, Annekathrin, Trott-Tschepe, Jürgen, Möller, Birgit; „Heilpflanzen für die Gesundheit“; Franckh-Kosmos Verlags-GmbH Stuttgart 2013 ISBN: 978-3-440-12235-8

  • Strassmann, Renato; „Baumheilkunde – Heilkraft, Mythos und Magie der Bäume“; Freya Verlags KG 2015; ISBN: 978-3-99025-109-6

  • www.pharmawiki.ch

  • www.uni-due.de/botanik/artnamen

  • www.waldwissen.net

Heidrun Johner-Allmoslöchner, zertifizierte Heilpflanzenfachfrau, Leimen; www.naturwerkstatt-artemisia

 


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